Geschichten

Hier erzähle ich dir kurze Geschichten aus meinem Trainingsalltag. Oder teile dir meine Meinung zu bestimmten Themen rund um den Hund mit.

Welpensozialisierung

Ich bin gestern mit meinem Auto an der Ampel gestanden. Knorrstraße Ecke Petuelring - für die Nicht-Münchner, das ist eine stark befahrene Kreuzung.

Es kam eine junge Frau mit einem Dackelwelpen den Gehsteig entlang und stellte sich an die rote Ampel. Dem kleinen Dackel war die Situation offensichtlich nicht geheuer.
Und was macht die Besitzerin? Sie spricht den kleinen Hund freundlich an, geht einen Schritt zurück und in die Hocke. Das Dackelchen zeigt sich sofort sichtlich erleichtert und quetscht sich an sein Frauchen. Gemeinsam beobachten sie den "bösen" Verkehr und schnaufen in Ruhe durch. Als die Ampel umspringt ist der Dackel dann so weit und kann zusammen mit seiner Vertrauensperson die Straße an der lockeren Leine überqueren. So toll! Ich hätte sie knutschen können!

Genau so sieht eine schöne Sozialisierung aus. Dein Hund muss in erster Linie Vertrauen zu dir fassen, um Situationen immer entspannter meistern zu können. Kurz gesagt musst du dich in den ersten Wochen und Monaten gegenüber deinem Hund bewähren.

Bitte lieber Welpenbesitzer*in, schick dein Hundekind in  keine Welpengruppe, in der du deinen Hund coronabedingt abgeben musst. Er braucht jetzt in aller erster Linie dich, Verlässlichkeit und Beständigkeit und nicht viel Input mit fremden Menschen.

Und auch wenn du deinen Hund derzeit beim Tierarzt abgeben müsstest, verschieb doch bitte wenn möglich den Termin. Sowas sollte wirklich nur in Notfällen gemacht werden.
Bei erwachsenen Hunden, die die Praxis, den Arzt gut kennen und Vertrauen haben, ist das natürlich was anderes.

Sei lieb mit deinem Hund und falls dich interessiert, was derzeit mit Welpe alles möglich ist, melde dich gerne bei mir!

Darf man/Hund nicht einfach mal seine Ruhe haben?

Die Spaziergehzeit ist für uns in der Regel Zweisamkeit. Die Mali und ich haben nämlich zusammen richtig viel Spaß - wir entdecken die Natur, ab und an üben wir auch bisschen was oder wir klettern über Bäume, finden dabei auch das ein oder andere Leckerli usw...

Natürlich treffen wir uns gerne auch mal mit unseren (Hunde-)Freunden. Schließlich brauchen Menschen wie Hunde auch ihre Sozialkontakte - aber doch bitte nicht mit JEDEM!!!

Seit ungefähr einem halben Jahr ist es unmöglich geworden einfach in Ruhe seiner Wege zu gehen,  zwischendrin auch mal einen Hunde treffen, BEIDE(!) Hunde entscheiden, ob sie Lust haben sich näher kennenzulernen und weiter geht's. Nein mehrere Hunde knallen (man kann es echt nicht anders sagen...) Vollgas in uns rein, Halter sind wahlweise desinteressiert oder rufen 100x in einem derart gelangweilten und genervten Tonfall ab, dass ich sowieso schon weiß, dass es noch nie geklappt hat.

Mal ehrlich, immer müssen die Hund-Halter-Gespanne Toleranz lernen, die einfach nur entspannt in Ruhe durch den Park wackeln wollen. Aber gefühlt nie der Hund, der belästigt - und es ist egal, ob er das in freundlicher Absicht tut!!! Wenn er nervt, nervt er PUNKT

Wenn aber der belästigte Hund dann echt mal die Schnauze voll hat und eine Ansage macht, wird er gerne als asozial oder gar aggressiv abgestempelt.

Bei Hundebegegnungskurse denken so viele Menschen es handelt sich nur um aggressive Hunde - aber weit gefehlt. Die haben wir auch, aber ein Hund wird nicht mit einer großen Begegnungsproblematik geboren. Seine Erfahrungen schlagen sich hier nieder. Und hier wäre mehr Rücksicht auf allen Seiten doch einfach so schön!

Bitte schaut genau hin, denn auch ein Hund, der an keinem Hund vorbeikommt, übersieht eindeutige Signale seines Gegenübers und sollte unbedingt besser angeleitet werden!

Also auf wieder mehr entspannte Spaziergänge!

Manchmal passt einfach alles

Ich darf seit Welpenalter ein kleines Lagottomädchen und ihr Herrchen betreuen. Das Herrchen ist Ersthundebesitzer und möchte mit meiner Hilfe ein paar Unsicherheiten ausräumen und selbstverständlich auch ein paar Erziehungsfragen klären. 

Beinahe jede Stunde bin ich aber wieder beeindruckt, welch wertschätzenden und liebevollen Umgang mit dem Hund gepflegt wird. Da muss ich gar nicht viel tun. Das Herrchen ist ein  umsichtiger und sehr entspannter Mensch, der von Anfang an automatisch vieles richtig gemacht hat. Er hat sich viel draußen auf Bänke gesetzt und mit der jungen Dame die Umgebung beobachtet. Nun ist das Lagottomädchen bereits ein halbes Jahr. Sobald wir uns länger irgendwo aufhalten, legt sie sich automatisch ab. Sie kann entspannt Dinge beobachten. Die Basis ist gemacht. Einfach so, ganz nebenbei und entspannt.

Nun durfte ich letzte Woche die Hundesitterin kennenlernen, die sich ein Mal die Woche um das Lagottomädchen kümmert. Sie wollte gerne eine Stunde bei mir buchen, weil sie sich nicht traut, abzuleinen. Wir haben uns im Englischen Garten verabredet. Ich komme also rein in Richtung der Wiese und sehe die beiden schon. Das kleine Lagottomädchen schnüffelt gerade an einem freilaufenden Collie, wendet sich freiwillig ab, setzt sich neben ihre Stitterin und schaut diese an. Und das mit einem halben Jahr! Ich bin so begeistert!

Wir gehen dann ein Stückchen und besprechen gerade eine paar Dinge, als die junge Hündin an der Schleppleine in eine Gebüsch springt und ein bisschen buddelt. Die Hundesitterin springt sofort hinterher und ruft freudig: Ui was hast du denn Tolles gefunden?

Zusammen schauen sie sich kurz das kleine Buddelloch an und kommen wieder zu mir. So muss das sein, habt Interesse an den Hobbys eurer Hunde, dann werdet ihr ihre Helden!
Freilauftraining lief wie erwartet bombig.

Und mit diesen tollen Menschen in der Umgebung hat es das Lagottomädchen wirklich super getroffen - und die Menschen mit ihr sowieso!

Alte Hunde

Ich habe mich gestern mit einer Freundin in einer Münchner Wirtschaft zum Essen getroffen.

Neben unserem Tisch trafen sich zwei Pärchen eines mit Hund. Der Hund war schon älter und hatte eine herrlich grau Schnauze. Mir ist schon das Herz aufgegangen, wie liebevoll er von dem Nicht-Besitzerpärchen begrüßt wurde.

Jedes Mal, wenn die Kellnerin an den Tisch kam, wurde der ältere Herr freundlich von seinem Herrchen angesprochen und liebevoll zur Seite bugsiert. Hierbei wurde auch immer berücksichtigt, dass der Hund besonders in seinem Alter für alles etwas länger braucht.

Es kam dann eine Dame mit einer Labradorhündin durch den Wirtsgarten und fragte ganz freundlich, ob man den älteren Rüden bitte kurz zur Seite nehmen könne - er hatte es sich Mitten im Weg bequem gemacht. Für ihre Hündin sei die Situation zu eng.

Das Herrchen des Rüden reagierte sofort, meinte aber noch entschuldigend, dass das halt alles in de Alter nicht mehr so flott ginge. Die Dame lächelte und versicherte, dass das kein Problem sei. 
Und schon hatten alle die Situation gelöst und die Dame mit der Labradorhündin konnte ihres Weges ziehen.

Ach, hab ich mich über diese Situation gefreut.
Alle haben einfach unproblematisch und freundlich Rücksicht aufeinander und die Befindlichkeiten ihrer Hunde genommen.

Lasst uns doch einfach alle ein Beispiel daran nehmen.

Kenne deinen Hund

Noch eine kleine Geschichte vom Videodreh. Ein zauberhafter kleiner Terriermischling hat uns ein Mal das Set gesprengt. Kein Thema, wenn man im öffentlichen Park dreht, kann sowas passieren.

Der Hund hat die kleine Anni, die gerade in der Szene war zum Spielen aufgefordert und Anni ist gerne darauf eingegangen. Die Besitzerin rief zwar denn Hund, entfernte sich aber währenddessen immer mehr und ihr Hund war absolut ins Spiel vertieft, der hat gar nichts davon mitbekommen.
Wir haben die beiden dann freundlich getrennt und den Terriermischling gesichert. 

Auf die Frage, ob sie den bitte holen könnte, kam die Besitzerin ein paar Schritte motzend an, dass der Hund immer käme - haben wir ja vorher bereits gesehen... Sie forderte dann auf, dass wir gefälligst den Hund loslassen sollen. Tja, was soll man da tun. Es kam wie es kommen musste, der Hund lief natürlich sofort wieder ins Set und die Frau befahl dann ihrem armen Sohn, den Hund zu holen...

Niemand macht diesem jungen Hund einen Vorwurf. Es wird immer wieder Situationen im Leben geben, die dein Hund nicht alleine bewältigen kann. Aber es liegt in deiner Verantwortung ihn anzuleiten und ihm Hilfestellung zu geben - das könnte in diesem Fall auch einfach eine Leine sein.

Die Frau regte sich dann noch aus der Entfernung darüber auf, dass wir ja selber schuld seien, am Nachmittag hier zu drehen. Hierzu möchte ich mal sagen, der Freilauf eines Hundes steht nicht über allen anderen Bedürfnissen. Wildtiere haben ein Recht auf Ruhe im Wald. In jedem Freilaufgebiet darf ein Halter mit einem Hund an der Leine um Abstand bitten. Im Park darf jeder Mensch auf einer Picknickdecke liegen und erwarten, dass kein Hund davon klaut. Und und und.

Es ist ganz wunderbar, wenn es die Gegebenheiten zulassen, wenn die Hunde fetzen, spielen und sehr unbehelligt ihren Hobbys nachgehen dürfen. Aber Rücksichtnahme steht ganz oben und sobald Dritte beeinträchtigt werden, endet nunmal auch die Freiheit eines Hundes.

Also nehmt Rücksicht, seid freundlich und wenn es mal schief geht, entschuldigt euch höflich und sichert den Hund. Wäre alles gar nicht so schwer.

Wieviele Bezugspersonen braucht/verträgt ein Hund

Nachdem ich in der letzten Wochen ja zwei meiner Kundenhunde für eine Werbedreh vorbereiten durfte, habe ich gestern mal so ein Setleben beobachten dürfen.

Was sich deutlich gezeigt hat, der kleine Welpe Karl wurde in einer kühlen Wohnung geshootet und hatte in der Story nur eine Bezugsperson, mit der er am Set agieren durfte. Die kleine Hilde wurde in der heißen Nachmittagssonne, im Park mit vielen Außenreizen und einer "Familie" gefilmt. Wechselnde Ansprechpartner, viiiiiele verschiedene Hände, die an dem kleinen Hund streicheln. Das ist schon noch mal eine ganz andere Herausforderung.

Alles in allem finde ich sehr wohl, dass ein Hund mehrere Bezugspersonen haben kann. Und zu mir ins Training können auch gerne alle/mehrere Familienmitglieder dazukommen. Aber egal, wie sehr wir uns bemühen, in der Erziehung des Hundes an einem Strang zu ziehen, hat doch jeder Mensch ein bisschen seine eigene Note. 
Das bedeutet, dass sich der Hund jedes Mal umstellen muss und daran muss und kann er sich gewöhnen. Aber es erfordert Geduld und Rücksicht von unserer Seite. Außerdem empfehle ich schon, dass immer nur einer der Ansprechpartner in einer Situation ist. 
Privat haben wir das zum Beispiel so gelöst, wer die Leine hat, hat die Verantwortung. So brabbeln wir nicht immer dem anderen rein und verwirren den Hund nicht komplett.

Bei Kindern dürfen die Eltern natürlich immer helfend eingreifen. Aber im besten Fall leiten sie ihre Kinder an, damit es die Situation zusammen mit dem Hund lösen kann.

Bei Fragen, fragen. ❤

Die Leine - Fluch oder Segen?

Ob dein Hund seine Leine mag oder nicht, hängt einzig und allein von dem Umgang von dir mit ihr ab.

Als erstes muss dein Hund erst einmal lernen, dass es mit dir zusammen in der aufregenden neuen Welt echt schön ist. Das ist der wichtigste Schritt. Und hierbei ist es völlig irrelevant, ob du einen Welpen oder einen bereits älteren Hund übernommen hast. Du bist erst einmal fremd für deinen Hund und er muss dich als Vertrauensperson erst einmal kennenlernen. Wenn sich dein Hund in deiner Nähe dann sehr wohl fühlt, gibt es sehr wenig Gründe von dir wegzuziehen. Hierfür braucht es allerdings Geduld und Einfühlungsvermögen, denn Vertrauen baut sich nicht innerhalb einer Woche auf.

Außerdem sollte dein Hund viele schöne Dinge an der Leine zusammen mit dir erleben. Viel zu oft werden die Hunde an der Leine nur bis zum Park geführt, abgelehnt um mit anderen Hunden zu spielen und dann an der Leine wieder aus dem Park "geschliffen". Und mit wem hatte denn dann der Hund Spaß?
Du musst nicht permanent um deinen Hund tanzen. Aber eine Ausgewogenheit aus gemeinsamen Erfahrungen, entspanntem Erkundungsverhalten deines Hundes und freundliche Interaktion mit anderen Hunden ist der Schlüssel zum Erfolg.

Ach ja, und wenn euer Hund bei en derzeitigen Temperaturen an der Leine vom Asphalt ins Gras zieht, dann ist das nicht ungehorsam, sondern schlau - er läuft nämlich barfuß!

Ich will nicht immer mit Leckerlis werfen...

Dieser Satz verfolgt mich seit Jahren. 
Und ich bin immer wieder überrascht, was manche Menschen aber anstelle von Leckerlis bereit sind zu werfen. Das sind Dinge wie Fisher Discs, Rappeldosen oder auch Wasser wird gespritzt - das ist nach wie vor überhaupt kein Problem. Bevor sie also ihrem Hund Gutes tun, ist es oft viel etablierter, ihm Schlechtes zu tun und ihn zu erschrecken oder gar Schlimmeres.

Leuchtet mir persönlich überhaupt nicht ein. Ich werfe gerne mit Leckerlis, ich lasse sie auch rollen, verstecke sie, lasse sie fangen, aber in allererster Linie arbeite ich über ernst gemeinte Wertschätzung meiner (Kunden-) Hunde. 
Denn ohne Lob schmeckt auch jedes Leckerli nur halb so gut und macht auch jede Umweltbelohnung nur halb so viel Spaß!

Es bleibt dabei, bevor dein Hund "Blödsinn"macht, zeigt er immer gutes Verhalten und wenn du das ordentlich verstärkst und gegebenenfalls ein Alternativverhalten aufbaust, kommt es in der Regel auch zu keinem unerwünschten Verhalten mehr.
Sei bitte lieb mit deinem Hund, denn Hunde sind toll!
Ach ja, und nett und fair zu sein, klappt übrigens bei jedem Hund, egal welche Rasse und welches Problem er hat - nur mal ganz nebenbei.



Ein Hund/Welpe zieht ein

Ich war in den letzten Tagen bei zwei Fünf-Personen-Haushalten eingeladen, um das neue vierbeinige Familienmitglied zu begrüßen.

Wenn ich zu Familien mit Kindern fahre, bin ich immer besonders gespannt. Denn gerade bei mehrköpfigen Haushalten bekommt der Hund oft eine größere Herausforderung, weil ja jeder mal ganz kurz den Hund streicheln oder mit ihm üben möchte und in Summe kann das dann für den Hund doch sehr viel sein.

Aber diese beiden Male eben gar nicht.
Im ersten Haushalt ist ein kleiner Welpe eingezogen. Die Familie hat diese Entscheidung wohl überlegt getroffen und der Hund ist aus einer sehr guten Zucht ausgesucht worden. Ich wurde an der Türe begrüßt, danach saßen wir in der Küche und der Kleine hat sich auf seine Decke zurückgezogen und geschlafen. Dieser Hund ist super Willkommen in der Familie, das spürt man sofort, aber er bekommt eben auch ganz viel Ruhe, die er auch braucht. Darf einfach nur dabei sein. Und auch wenn sich der kleine Mann mal ins Nebenzimmer verzogen hat, wurde nach ein paar Minuten entspannt hinterhergegangen, um zu schauen, ob er nicht mal pieseln muss - keine Aufgeregtheit keine Hektik. 
Im zweiten Haushalt ist ein Zweithund aus dem Tierschutz eingezogen. Auch dieser Hund war kein Schnellschuss, es wurden einige Hunde auf Pflegestellen besucht, bis es auch wirklich gut gepasst hat.  Und ja es passt! Hier sind die Kinder noch jünger und die Herausforderung für die Eltern ist größer zwischendurch für Ruhe zu sorgen. Aber sie tun es und wenn der schlafende Hund gestört wird, wird freundlich und bestimmt eingegriffen.

Ich bin begeistert! Hier möchte ich einfach jedem Hundehalter empfehlen, Ruhe bewahren, ankommen lassen, entspannt bleiben. Und immer wieder: ein Hund lernt ein Leben lang, nicht nur in den ersten Wochen. Aber am allerbesten lernt ein entspannter Hund , der nicht völlig überdreht ist. Also sorgt immer und immer wieder für ausreichend Ruhezeiten, das ist die halbe Miete! ♡

Warum Fotos und Videos unserer Hunde nicht nur als Erinnerung gut sind.

Jeder Hundebesitzer kennt es, wenn er seine Fotogalerie auf dem Handy öffnet - fast ausschließlich Bilder vom Hund. Beim Laufen, beim Sitzen, beim Stehen.. Ich kann es mir ja jetzt noch schön reden und sagen, dass ich die Bilder beruflich brauche. Aber mal ehrlich auch ohne meinen Job hätte ich viel zu viel Bilder und Videos.

Zu viel? Tatsächlich können Bilder und Videos wichtige Hinweise für uns enthalten. Gerade im Bezug auf gesundheitliche Probleme unserer Hunde. Wenn unsere Hunde nämlich nicht sehr deutlich humpeln, oder Schmerzen anzeigen kann dieser schleichende Prozess , dass der Hund steifer läuft, bestimmte Bewegungen meidet oder oft ein Stressgesicht zeigt, weil er Schmerzen hat, im Alltag manchmal unentdeckt bleiben.
Wenn man aber dann ältere Fotos anschaut, entdeckt man oft Veränderungen in der Mimik oder in Videos stellt man fest, dass der Hund gar nicht mehr so oft freudig durch die Gegend springt. 

Mit diesen Informationen kann man sich dann an den Tierarzt/in oder  Physiotherapeut/in seines Vertrauens wenden. Bitte vergesst nie, dass Hunde, die körperliche Beschwerden haben, sehr viel häufiger unerwünschtes Verhalten zeigen! Daher sollten  gestresste Hunde auch immer gesundheitlich ordentlich durchgecheckt werden. 

So hiermit habt ihr jetzt die Absolution: Fotografiert und Filmt eure Hunde immer gerne. Aber dann auch bitte das Handy wieder weglegen und einfach nur die gemeinsame Zeit genießen und die Umwelt zusammen entdecken;-)

Braucht ein Hund andere Hunde?

Ja, meiner Meinung nach schon. Wir als Halter sind zwar in der Regel der Sozialpartner Nummer 1 für unseren Hund. Allerdings können wir das Spiel mit einem anderen Hund halt nur nachahmen.

Aber und das ist ein großes ABER: Gerade im Bereich Hundekontakt steht Qualität immer vor Quantität. Gerade hier in München beobachte ich oft, dass Halter denken, je mehr Hundekontakt ihr Hund auf dem Spaziergang hatte, desto besser. Gut gemeint ist halt nicht immer gut gemacht. ;-)

Den Hunden geht es da wie uns, wenn ich viele Neukunden in einer Woche habe, ist das für mich anstrengender, weil ich mich immer neu einstellen muss. Die Stammkunden fallen mir da oft leichter, weil ich die besser einschätzen kann und weiß worauf sie wert legen. 
Auch in unserem Kundenstamm können wir das immer wieder bei den Hunden beobachten, wie sie nach einigen Wochen viel entspannter miteinander umgehen, weil sie sich besser einschätzen können und wir natürlich auch immer gute Rahmenbedingungen schaffen.

Natürlich sollen eure Hunde auch die Chance haben, neue Freundschaften zu schließen, aber dafür brauchen sie Zeit und keine permanenten Speeddatings. Und Hunde genießen es auch mit ihrer Gang rumzuhängen und sind auch damit oftmals völlig zufrieden. Das hängt auch immer vim einzelnen Individuum ab.

Also Hinschauen und immer dran denken, manchmal ist weniger einfach mehr;-)

Ein Hoch auf bellende und knurrende Hunde

Ich feiere mittlerweile jeden Hund, der knurrt oder bellt. Warum? Weil er meist deutlich zeigt, dass es ihm in einer Situation nicht gut geht.

Immer wieder höre ich, "Mein Hund hat kein Problem mit XY." Leider muss ich dann in den entsprechenden Situationen oft sehr wohl feststellen, dass der Hund stark beschwichtigt und Meideverhalten zeigt. Aber solange die Hunde sich stillschweigend durch die Situationen retten, denken nach wie vor viele Halter es wäre alles in Ordnung.

Sobald es aber unangenehm für den Halter wird, also der Hund wird laut und verhält sich nicht "angemessen" (aus dem menschlichen Blickwinkel), wird zumindest auf die Situation eingegangen. Leider immer noch viel zu oft strafend oder schimpfend. Aber einige holen sich dann doch auch Hilfe und lernen mit einem guten Trainer ihren Hund noch mal besser kennen.

Bellen und Knurren gehören absolut zur hündischen Kommunikation dazu und sollten keinesfalls unterbunden werden. Aber natürlich muss ich genau hinschauen, warum mein Hund dieses Verhalten zeigt und in welchen Situationen. Und da kann ich ran und meinem Hund Hilfestellung geben, damit er lernt, Situationen gelassener zu meistern.

Hierfür ist es aber wichtig, auch die kleinen Signale meines Hundes wahrzunehmen und mich mit der hündischen Körpersprache auseinanderzusetzen. Also lernt eure Hunde lesen, sie sind so klasse und ihr Repertoire so riesig!

So oder so

Zwei Geschichten auf einem Spaziergang, wie man mit seinem Hund umgehen kann.

Begegnung 1: Ich war mit einer lieben Kundin und ihren beiden Labradoren im Park unterwegs als uns eine Frau mit einem kleinen Mischlingshund entgegen kam. Der kleine zeigte sich deutlich unsicher als er uns sah, zog die Rute ein, lief eine Bogen und machte sich schnell vom Acker. Die ganze Zeit wurde er von seinem Frauchen wirklich genervt angemault, dass er sich gefälligst nicht so anstellen soll.

Begegnung 2: Wir waren immer noch mit den Labradoren unterwegs und treffen wieder auf eine kleine Mischlingshündin. Die kleine verzog sich sofort ins Gebüsch. Ihr Herrchen stellte sich vor das Gebüsch, ging in die Hocke und redete ganz liebevoll und beruhigend auf sie ein. Das war so süß! ♡
Die kleine Maus kam dann wieder raus, sprang auf seinen Schoß und sie konnten uns gemeinsam beobachten, während das Herrchen die Hündin streichelte und mit ihr sprach. Die beiden haben die Situation gemeinsam gelöst. Der erste Mischling blieb auf Distanz zu seinem Frauchen..
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Nehmt eure Hunde bitte ernst und seid lieb mit ihnen. Ihr könnt ein Gefühl, in diesem Fall Angst bzw. Unsicherheit nicht verstärken! Auch wenn man das immer wieder liest. Es geistert so viel Quatsch durch das Netz. Kein Hund wird Angstsymptome zeigen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Der Mann war der Rettungsanker und Fels in der Brandung für seinen Hund und das ist perfekt!

Mein Hund der Befehlsempfänger?

Immer wieder sehe ich auf den Spaziergängen gefrustete Halter und meidende Hunde. Es werden wild Kommandos gerufen, an der Leine geruckelt und am anderen Ende steht ein Hund wie ein Fragezeichen, der völlig überfordert ist.
Gerne kommen dann diese Sätze wie "Das weiß der ganz genau" "Der testet aus" usw.
Nein, wenn euer Hund etwas ganz genau wüsste und ihr habt das positiv aufgebaut und gefestigt, dann würde er es mit Freuden machen PUNKT
Aber Hunde sind auch schlau, sie wägen ab. Und wenn mein Hund in einer gewissen Situation zum Beispiel kein Sitz macht, obwohl er das Signal Sitz kennt und in der Regel gut macht, dann frage ich mich als schlauer fürsorglicher Halter, warum er das nicht macht. Hat er Schmerzen? Der Anton konnte sich aufgrund seiner Rückenschmerzen irgendwann nicht mehr hinsetzen, also musste er das auch nicht. Und wichtige Information, um medizinische Hilfe hinzuzuziehen. 
Passt der Untergrund nicht? Zu nass? Zu kalt? Zu heiß auf dem Asphalt? Wurde gerade von einem anderen Hund hinuriniert? Hier gilt es, seinen Hund gut lesen zu können! 
Ist die Ablenkung zu groß? Habe ich das Signal einfach noch nicht genug generalisiert und verlange gerade zu viel von meinem Hund?
Und so reflektiere ich auch immer mich und kann aus jedem Fehler auch Informationen ziehen und in mein weiteres Training einfließen lassen. Denn natürlich kann ich meinem Hund beibringen sich extrem schnell auf Signal in jeder Lebenslage hinzusetzen. Ich brauche nur den richtigen Plan. Und wenn ich keine oder zu wenig Trainingerfolge habe, dann ist mein Plan schlecht und nicht der Hund!

Hundetraining

Wenn ich auf irgendwelchen Festen neue Leute kennenlerne und es auf die Frage, was machst du beruflich kommt, zeichnet sich oft das gleiche Bild ab.
Sofort wird gefragt, welche Hunde ich besitze und dann immer bewundernd festgestellt, dass diese bestimmt super hören...
Innerlich muss ich dann immer ziemlich grinsen. Immer noch ist das Bild verbreitet, dass Hundetraining nur aus Sitz, Platz, Fuß und Bleib... besteht. 
Klar machen auch diese Signale immer mal Sinn, wenn sie gut austrainiert werden.
Bei mir ist der Fokus aber eigentlich ein anderer. Ich möchte meine Hunde nicht permanent mit Signalen überschütten.  Ich möchte ihnen eine Grundgelassenheit beibringen, dass sie die meisten Situationen selber handeln können und ich nur ein unterstützender und kein befehlender Faktor bin.
Mein Hund soll darauf vertrauen können, dass es Sinn macht, wenn ich Dinge von ihm einfordere und keinen stille Gehorsam leisten.
Darum geht es auch in meinem Training, die Halter sollen verstehen, warum ihr Hund ein unerwünschtes Verhalten zeigt und dann mit ihm daran arbeiten, einen gemeinsamen Weg durch die schwierigen Situationen zu finden!

Missverständnisse zwischen Hund und Halter

Ich war letzte Woche mit einem Kunden und seinem Hund im Olympiapark.
Sein Hund ist absolut freundlich anderen Hunden gegenüber, aber seine Spielaufforderungen sind oft etwas aufdringlich und daran arbeiten wir.
Im Laufe unseres Trainings begegneten wir dann eine Viszla Hündin. Die machte dem Lemmy recht schnell und souverän klar, dass er ihr zu aufdringlich ist. Sie bellte ihn ein paar Schritte weg und nachdem er wieder Distanz aufgenommen hatte, war die Sache für sie erledigt und sie drehte sich zu ihrem Frauchen, schaute sie an und wollte weitergehen.
Leider verstand ihr Frauchen das aber nicht und schickte sie immer wieder mit einer eindeutigen Handbewegung zu Lemmy hin, damit diese zusammen "Spielen" können. 
Die Viszla Hündin befand sich dann ziemlich im Konflikt, weil sie einerseits keine Lust auf den Lemmy hatte und andererseits aber auf ihr Frauchen hören wollte. Es hat sich alles gelöst und war auch überhaupt nicht dramatisch, keine Frage. Aber es ist einfach sinnvoll die Signale seines Hundes erkennen zu können, da es viel Stress auf beiden Seiten vermeidet.
Wir schulen unsere Kunden, solche Situationen besser einschätzen uns sehen zu können. Denn auch unter Hunden gibt es Sympathien und Antipathien. Nicht alle Hunde mögen sich, nur weil sie Hunde sind. Das ist wie bei uns Menschen...;-)

Seid lieb mit euren Hunden

Ich "durfte" in letzter Zeit wieder vermehrt in Videos aber auch live erleben, wie Hunde mit Wasser bespritzt wurden, angebrüllt, körperlich bedrängt usw.
Dabei merke ich einfach, je mehr ich mich mit Hunden beschäftige, desto mehr nimmt mich so ein Umgang mit.
DENN HUNDE SIND SO TOLL! 

Es ist nach wie vor völlig normal, seinen Hund zu beschimpfen, an der Leine zu rucken oder Schlimmeres. Wenn ich aber meinen aufgeregt bellenden Hund mit sanfter Stimme in einer Stresssituation beruhige, gelte ich viel zu oft als unsouveräner "Hundeführer".

Jetzt mal im Ernst, einen Hund zu führen bedeutet in erster Linie eine Fürsorgepflicht zu übernehmen. Ich nehme meinen Hund ernst, und das gerade in für ihn stressigen Situationen und stehe ihm bei - egal, was irgendjemand sonst denkt!

Ja, auch wir Menschen geraten in Stress - gerade, wenn sich der Hund sich "daneben benimmt" und alle Welt schaut und mit den Augen rollt, weil wir unseren Hund nicht im "Griff haben".

Deswegen gibt es Hundetraining. Genau das ist meine Aufgabe. Ich lehre euch Handgriffe und Strategien, damit euer Hund im besten Falle gar nicht auslösen muss oder ihr aber wisst, was zu tun ist, damit er sich schnell wieder beruhigen kann.
So bekommt ihr mehr Sicherheit und lasst euch nicht mehr so schnell unter Stress setzen - ganz besonders von den ganzen selbst ernannten Hundeexperten da draußen.

Also bitte seid lieb mit euren Hunden und holt euch gegebenenfalls Hilfe!


Der muss auch ohne Leine an der Straße laufen

Bei uns im Viertel laufen beinahe alle Hunde ohne Leine - wie fast überall in München. Da stört auch niemand die Leinenpflicht innerhalb des Altstadtrings. Ganz im Gegenteil immer wieder werden Kunden von uns sogar angemault, dass sie ihren Hund gefälligst erziehen sollen, wenn sie Abstand vom freilaufende Hund zu ihrem angeleinten Hunde erbitten.

Da bin ich dann doch etwas erstaunt. Es ist und bleibt grob fahrlässig einen Hund an der Straße frei laufen lassen. Nein, ich möchte hier nicht alle Hunde über einen Kamm scheren. Und es gibt natürlich gelassenen Hunde, die gelernt haben am Bordstein auf ein Signal zu warten etc., von denen wenig Gefahrenpotential zu erwarten ist. Aber machen Sie das auch wirklich, wenn das Eichhörnchen flitzt und der Besitzer in sein Handy schaut?

Kurze Geschichte: Ich war damals im Glockenbachviertel unterwegs - genauer gesagt in der Baaderstraße. Der Gehsteig in der Straße ist etwas eng. Es kamen dort zwei Hunde frontal aufeinander zu. Auf der einen Seite ein angeleinter Schäferhund von der anderen Seite ein freilaufender Labrador. 
Der Schäferhund wurde am Halsband kurz genommen und auf die Schutzseite rübergeholt. Der Labrador wurde sich in der Situation selbst überlassen. Der Schäferhund fixierte und wurde sehr steif. Der Labrador verlangsamte züngelte, beschwichtigte und wählte dann sehr höflich und deeskalierend einen Beschwichtigungsbogen. Leider musste er hierfür den Gehsteig verlassen und einen Bogen um die Autos herumgehen.

Was war das Ergebnis? Der Besitzer des Labradors rastete völlig aus, packte den armen Hund und schimpfte auf ihn ein, weil er doch den Bordstein nicht überschreiten dürfe...

Hätte man alles lösen können, wenn der Besitzer den Labrador angeleint und ebenfalls auf der Schutzseite durch die für ihn unangenehme Situation geführt hätte.

Eine Leine ist keine Strafe, sondern eine Hilfestellung, wenn man sie ordentlich mit seinem Hund trainiert!


Es kann so einfach sein

Heute war ich mit einer Kundin im Englischen Garten unterwegs. Ihr Hund ist unsicher bei Hundebegegnungen. Er äußert das gern über aufgeregtes Bellen oder jagt die Hunde auch weg.
Wir trainieren entspanntes Beobachten von Hunden, langsames Annähern usw.

Wir spazieren also gerade auf dem Weg entlang als sich vom anderen Ende der Wiese drei Huskys lösen und frontal auf uns zu laufen. Alle kommen freundlich auf uns zu, aber drei Huskys sind für Bella halt einfach noch zu viele. Daher bitte ich die Besitzer der Huskys freundlich ihre Hunde abzurufen.

Und was passiert? Alle Besitzer sagen. "Ja klar. Gerne." Rufen ihre Hunde - zack, alle drehen ab und gehen freudig mit ihre Besitzern ihrer Wege. Wir bedanken uns, die Besitzer lächeln und meinen noch "Kein Problem."

Ja so einfach könnte es sein. Ich hab mich den ganzen Tag noch über diesen netten Moment gefreut!


Das machen die unter sich aus

Mein "Lieblingssatz" im Park;-)
NEIN, meine Hunde werden nicht in Watte gepackt. Aber ich stehe ihnen zu Seite. Einen Hund zu führen heißt nicht, dass er perfekt hörig bei Fuß laufen muss, sondern in erster Linie, dass ich für ihn sorge.

Mit Hunden, die meine Hunde gut kennen lasse ich sie auch gerne ihre kleinen Konfliktsituationen selbst lösen. Die Hunde kennen sich, können sich gut einschätzen und meistern das tatsächlich in der Regel gut allein. Das gibt den Hunden natürlich Selbstvertrauen und ich kann gutes Verhalten loben und somit verstärken.

Bei Fremdhundebegegnungen schaue ich aber sehr genau hin und gebe meinen Hunden dann gerne auch Hilfestellungen um die Situationen entspannt zu meistern. 

Und ich entscheide auch, mit welchen Hunden sich meine Hunde überhaupt konfrontieren müssen. Wir wechseln auch mal die Straßenseite oder weichen aus. Und dennoch hatte ich noch nie das Gefühl, dass meine Hunde zu wenig Sozialkontakte haben - was einem ja so gern vorgeworfen wird...